Deepl – ein wirklich guter Online Übersetzer

English version below

Mit dem Übergang zu IBM konnte ich plötzlich perfekt Englisch. Nie habe ich verbotene Übersetzungsdienste von Google oder Microsoft genutzt, sondern – wenn überhaupt – nur unseren internen Übersetzer, der eine für Moss leicht zu merkende Adresse hat:

https://asg42.kop.dec.com:6443/rkksui/#translate

Leider steht mir dieser tolle Übersetzer nicht für private Übersetzungen zur Verfügung. Da bin ich froh Deepl gefunden zu haben. Denn auch wenn die Übersetzer von Google oder Microsoft Fortschritte machen und die Übersetzungen immer weniger zur Erheiterung beitragen bleiben die Übersetzungen oft holperig.

Es ist faszinierend wie viel besser Deepl seine Aufgabe im Vergleich zu den Giganten Google und Microsoft erfüllt!

Manchmal würde ich in der Übersetzung dann das ein oder andere Wort gegen etwas für mich stimmigere ersetzen. Während man bei Google immerhin ganze Sätze der Übersetzung anpassen kann, geht bei Microsoft nix.
Deepl glänzt da mit einer Funktion, die so wertvoll wie intuitiv ist: Man klickt einfach ein Wort in der Übersetzung an und bekommt eine Liste alternativer Worte. Wählt man eines aus, wird der Satz drumherum passend gemacht.

Gerade diese Zusatzfunktion mit den Synonymen finde ich nicht nur für die aktuelle Übersetzung gut, sondern auch für die eigenen Sprachkenntnisse.


English version translated with www.DeepL.com/Translator

With the transition to IBM I was suddenly able to speak English perfectly. I have never used the forbidden translation services of Google or Microsoft, but – if at all – only our internal translator nFluent, who has such an easy to remember address for Moss:

https://asg48.pok.ibm.com:8443/rttsui/#translate

Unfortunately, this great translator is not available for private translations. I’m glad I found Deepl. Even if the translators of Google or Microsoft are making progress and the translations contribute less and less to the amusement, the translations often remain bumpy.

It’s fascinating how much better Deepl performs its task compared to the giants Google and Microsoft!

Sometimes I would then replace some of the words in the translation with something more coherent for me. While with Google you can adjust whole sentences of the translation, with Microsoft nothing goes.
Deepl shines with a function that is as valuable as it is intuitive: You simply click on a word in the translation and get a list of alternative words. If you select one, the phrase around it is made to fit.

It is precisely this additional function with synonyms that I find not only good for the current translation, but also for my own language skills.

LastPass – echteres Single Sign-on

LastPass ist ein Tool um Passwörter zu speichern. Soweit nichts Besonderes. LastPass geht aber viel weiter. Es hängt sich als Extention in den Firefox, Chrome, Edge, Opera und was auch immer ein. Besucht man eine Webseite mit einem Login, für das schon Anmeldedaten vorliegen, werden die zur Domain passenden automatisch eingetragen. Mit einem Klick auf den jeweiligen Login auf der Webseite ist man dann ‘drin’.

Es ist sogar möglich die Webseite über LastPass auszuwählen und LastPass trägt die Anmeldedaten selbst ein und loggt auch ein. Das kommt einem Single Sign-on dann sehr nahe.

Ich nutzt LastPass seit vielen Jahren und habe inzwischen mehrere hundert Einträge. Davon haben die allermeisten tatsächlich unterschiedliche und komplexe Passwörter. Denn da die Passwörter ja von LastPass in die Webseiten eingetragen werden ist es egal, ob das Passwort 8 oder 80 Zeichen lang ist. Wobei ich häufig an Grenzen bei der Passwortlänge stieß, da die meisten Webseiten die maximal mögliche Länge des Passworts nicht angeben. Inzwischen beschränke ich mich auf gut 20 Zeichen.

Wenn irgendwo wieder Anmeldedaten gestohlen werden lehne ich mich entspannt zurück, weil ich weiß, dass das geklaute Passwort nur für eine Webseite taugt und auch nur, wenn es wirklich im Klartext vorliegt. Denn bei < 20 Zeichen gibt jeder Cracker vorher auf.

Superschick ist dann noch, dass – im Gegensatz zu vielen anderen PW Managern – die Integration von LastPass auf dem Händi gut funktioniert. Oft werden sogar Logins in Apps erkannt und mit einem Klick sind die Anmeldedaten eingetragen und fertig.

Theoretisch gibt es das auch kostenlos, aber praktisch kann man mit 20 freien Einträgen nicht viel anfangen. Die Bezahlvariante kostet $ 12 im Jahr – mir wäre es ein Vielfaches wert!

Zeiterfassung per Smartphone

Um meine Arbeitszeit schon allein für mich zu messen probierte ich im April einige Apps. Zufrieden war ich erst mit der App “Zeiterfassung Pro“. Damit kann ich mir ein Widget auf den Homescreen zaubern, über das ich entweder sofort ein oder ausstempeln, den Task wechseln oder eine Pause einfügen kann. Habe ich vergessen ein- oder auszustempeln kann ich das auch nachträglich ändern. Für Pausen stempelt man entweder aus oder fügt vor- oder nachher definierbare Standardpausen ein. Auch das kann später noch editiert werden.

Das funktioniert jetzt seit Mitte April 2014 gut. Bisher hatte ich mich auf einen Task namens “Arbeit” beschränkt. Fertig.

Inzwischen interessiert mich und meinen Manager wofür ich wie viel Zeit verwende. Also unterscheide ich zwischen Arbeit für DEC und Compaq, Bürokratie und Lernen. Mehr ist mir noch zu viel. Sollte bei z.B. der Aufwand für die Citrix Migration steigen werde ich dafür einen eigenen Task einrichten. Sollte mein Zeitaufwand für “Backen für Kollegen” steigen -> eigener Task.

Der Sinn des Ganzen ist natürlich die Auswertung. Das geht über Berichte, die sich über die Androidfunktion des Sharens überall hinlegen/mailen lassen.
Der Standardbericht “E1 Tagesübersicht” sieht z.B. so aus:

Zeiterfassung Pro, 01.07.2014 – 31.07.2014

Datum Tag Woche Total Zeit (dezimal)
01.07.2014 Di W27 05:31 05,52
02.07.2014 Mi W27 07:36 07,60
29.07.2014 Di W31 09:31 09,52
30.07.2014 Mi W31 06:54 06,90
31.07.2014 Do W31 07:29 07,48
Total 23 180:54 180,90

Und der Bericht “E4 Tasks pro Tag” so:

Bernhard Just, Personalnummer 123, 01.08.2014 – 31.08.2014

Datum Tag Woche Task Task Extra 1 Kunde Total
01.08.2014 Fr W31 Arbeit A123.BC.321 DEC 07:09
04.08.2014 Mo W32 Arbeit A123.BC.321 DEC 02:59
04.08.2014 Mo W32 Lernen intern X.0056 Compaq 04:28
04.08.2014 Mo W32 Bürokratie X. 0055 Compaq 01:52
05.08.2014 Di W32 Arbeit A123.BC.321 DEC 06:33
05.08.2014 Di W32 Lernen intern X.0056 Compaq 00:55
05.08.2014 Di W32 Bürokratie X. 0055 Compaq 01:56
06.08.2014 Mi W32 Arbeit A123.BC.321 DEC 02:32
06.08.2014 Mi W32 Lernen intern X.0056 Compaq 01:09
06.08.2014 Mi W32 Bürokratie X. 0055 Compaq 00:56
07.08.2014 Do W32 Arbeit A123.BC.321 DEC 01:47
07.08.2014 Do W32 Bürokratie X. 0055 Compaq 01:32
Total Arbeit A123.BC.321 DEC 21:00
Lernen intern X.0056 Compaq 06:32
Bürokratie X. 0055 Compaq 06:16
TOTAL 33:48

Die Berichte lassen sich sehr gut an die jeweiligen Anforderungen anpassen.

Urlaub und Feiertage muss man natürlich auch mit Tasks hinterlegen, da sonst die Stunden fehlen.

Etwas nervt mich, dass ich natürlich für jeden Taskswitch mein Händi entsperren muss, aber mei, das ist halt der Preis für eine so angenehme wie genaue Zeiterfassung.

Theoretisch kann man die Beginn und Endezeit automatisch tracken. Dafür gibt es die App Tasker und eine Beschreibung. Ich verwendete statt der Koordinaten die Verfügbarkeit einer WLAN SSID. Ist die in der Nähe arbeite ich. Ist es nicht in Reichweite arbeite ich vermutlich nicht.
Beide Methoden erwiesen sich jedoch als unzuverlässig. Inzwischen ist es zur Routine geworden die Zeit einzutragen und bei Meetings oder Pausen den Task zu wechseln. Das geht.

Es gibt auch eine “Einstempel-Erinnerung”, die einen jeden Tag zu vorher festgelegter Zeit über die Statusleiste ans Einstempeln erinnert. Da ja doch öfter mal aufs Händi schaut fällt es einem dann doch auf und . Und an die Zeit des Arbeitsanfangs kann ich mich zumindest grob erinnern.

Ich nutze das Tool nun seit 3 Jahren und bin immer noch mehr als zufrieden. Öfter (aber nicht zu oft) gibt es Updates. Inzwischen hat sich jedoch das Bezahlmodell geändert: Neue Kunden müssen für die Pro-Variante einen jährlichen Obolus leisten.

Outdoor Navigation mit komoot

Vor komoot habe ich Routing vor der Tour gemacht und die wichtigsten Orientierungspunkte auf einen Zettel mit Richtungsangaben notiert.

Routing per Zettel

Manchmal hatte ich durch dieses Aufschreiben die Tour sogar weitestgehend im Kopf. Das funktioniert so lange gut, wie es keine Anpassung gab oder geben musste, weil sich Ziele ja ab und zu auch mal unterwegs ändern können. Außerdem plante ich eher auf Autostraßen statt ruhigere Wander- oder Fahrradwege zu nutzen.

Über die Webseite komoot.de kann man Touren wie bei einem ‘normalen’ Navi üblich durch Eingabe von Start, Ziel und Zwischentops planen, wird auf weitere Strecken oder Sehenswürdigkeiten hingewiesen und kann das dann auf die App des Händis übertragen. Von dort nutze ich das Routing mittels Sprachansage über Bluetooth Headset. Anfangs ist es etwas ungewohnt die ganze Zeit mit Frau im Ohr durch die Gegend zu fahren, aber nur so sind die Ansagen auch bei großem Lärm zu verstehen. Auch bei Regen ist das eine freilich eine tolle Sache, wenn man auf einmal all die noch so kleinen Abzweige findet, an denen man sonst vorbei gerauscht wäre.

Der Stromverbrauch hält sich in Grenzen. So sagt mein Headset Plantronics Explorer 50 beim Anknipsen den Akkustand an: “talk time 11 hours”. Nach einem Tag Routing waren es dann “10 hours”. Auch das Händi wird offenbar nicht zu stark gefordert. Mein inzwischen fast schon betagtes Wiko bloom hält auch mit häufigem Blick auf die Karte meist den ganzen Tag durch.

Natürlich wird die Strecke auch auf einer skalierbaren Karte angezeigt und es können Wegpunkte hinzugefügt oder eben auch gelöscht werden. Leider überdeckt die blaue Route die darunterliegende Straße so, dass ich kaum mehr Rückschlüsse über dessen Beschaffenheit machen lassen.

Die Sprachanweisungen erfolgen meist dann, wenn man sie braucht. Etwas witzig ist bisweilen die Aussprache. Frau Komoot ist anscheinend nicht bekannt, dass aufeinanderfolgende Vokale zu veränderter Aussprache führen. Die Goethestraße wird eben Götestraße ausgesprochen und nicht Go-etestraße. Nun ja, davon hängt hoffentlich nicht der Weltfrieden ab.

Manchmal ist das “Rechts” des Navis in Wahrheit ein “Links”, denn es setzt sich aus 5 Metern “rechts” und danach gleich “links” zusammen. Auch “die nächste Möglichkeit links” hat mich nicht nur einmal vom rechten Weg abkommen lassen. Wenn es dann aber heißt, dass die Route neu berechnet wird zeigt der Blick auf die App, dass komoot und ich unterschiedlicher Meinung von “nächster Möglichkeit” waren.

Die App/der Service ist eher fürs Land gedacht, aber auch in der Stadt funktioniert das Routing so, dass man eher auf den für Radler attraktiven Wege geroutet wird. So führte mich komoot durch die wunderbaren weitläufigen Parks Leipzigs, die ich sonst eher gemieden hätte, weil man sich in Parks schnell mal verfährt.

Die App ist kostenlos. Aber da die auch nicht nur von Luft und Liebe leben kosten die Karten eben Geld. Doch im Vergleich zu dem, was man früher für die GPS Empfänger von Garmin und Co zahlen durfte, ist es ein sehr kleines Geld.

Wer es probieren möchte melde sich – ich kann jeweils eine Regionalkarte verschenken.

Das erste Mal beim Poetry Slam

Da ist er nun: Mein erster Blogeintrag hier. WordPress ist noch gar nicht fertig eingerichtet, aber ich möchte das Erlebnis so schnell wie möglich aufschreiben, denn es war toll!

Über Spontacts war ich heute beim Poetry Slam im Café Mano. Das hat mich schon immer interessiert und so war es die perfekte Gelegenheit zum Ausprobieren.
Ich war früh genug dort um noch einen Tisch mit Blick auf die mini Bühne zu bekommen. Nach 19 Uhr füllte sich der Raum schon beachtlich und zu Beginn um 20 Uhr war es rappelvoll. Mit Getränken hatte man sich besser schon selbst versorgt, denn außer dem Geldeintreiber (3 €) geht keiner rum.
Das Teilnehmerfeld war übersichtlich: Jasmin, Daniel, Katrin und Ben.

Sarah Bosetti moderierte und bereitete das Publikum auf deren Aufgabe vor, in dem sie die Regeln erklärte und die Stimmung mit einer eigenen Geschichte über ihre <zensiert> aufbaute. Denn man kann sich vorstellen wie demütigend es ist, wenn man da als erster aufgeregt auf der Bühne steht, seinen Text abspult und die Leute nur verhalten klatschen.
Jasmin hatte die ersten 5 Minuten und las über die Räuber der Zeit und wie unser Leben verfliegt. Der Text sprach mich nicht an und ich fand sie rhetorisch nicht so dolle.
Daniel war da anders. Er weiß wie die Interaktion mit dem Publikum funktioniert, ist ein guter Redner und sein Text über den Frühling war witzig.
Katrin zog vor Jahren aus dem Osten nach München und setzte sich klug mit “Heimat” auseinander. Das sprach mich an und ich fand es auch gut erzählt.
Ben thematisierte Rassismus und trug noch ein zweites Gedicht vor, verhaspelte sich aber einmal zu oft.
Danach wurden die Texte von der Moderatorin zusammengefasst und das Publikum entschied mittels Applaus wer weiterkommen sollte. Übrig blieben Jasmin, Daniel und Katrin.

In der nächsten Runde fing Katrin mit einem Text über ihren Tortenwunsch an. Also es war kein echter Tortenwunsch, aber in meinem Gedächtnis grub sich das so ein. Daniel brillierte mit einem Nudelgedicht und für Jasmin war es vorbei.
Katrin entschied dann das Finale für sich und bekam als Preis die Ehre gewonnen zu haben.

Das also war ein Poetry Slam. Ich empfand es als ganz schön anstrengend, da man den oft schnell gesprochenen Versen sehr aufmerksam folgen muss. Doch es ist eine schöne Anstrengung. Ich war fast euphorisiert von dem Potential, das da unter uns zu spüren ist!

Das Publikum löste sich langsam auf. Ich suchte den Kontakt zur Neu-Münchnerin um ihren Kindern einen Backkurs anzubieten und ging froh durch die laue Frühlingsnacht zum Kotti.

Der “Mano Slam” findet jeden 4. Donnerstag eines Monats und ich kann es jedem nur empfehlen.

film recommendations for healty Windows admins

Today I write my first entry in English because it is dedicated to  to Lukasz who also gave me a movie tip.

In December I had an accident in which I suffered a rib injury = It hurts every time I laughed 😐
As I stayed at home this time I thought it would be a good idea to install the very modest present Santa Claus already gave me.

I wondered if it would be a good idea to use Bitlocker and searched for information about it. Instead of 3000 pages whitepapers to read I was looking at YouTube and found this video:
Building a Bulletproof Windows BitLocker
After a few minutes I had to stop, because it was just too painful, because I had to laugh often.

But a few days ago I viewed the session again and was curious to see more sessions of Sami Laiho and found the very interesting (and funny) video:
Windows 8.1: Black Belt Troubleshooting
After all is really, really helpful because of all these little tips like “running a cmd as SYSTEM” or just to get know that the Snipping tool can take a picture of opened menus.
I really recommend sessions with him because it is a very funny way to learn many interesting things!

23.07.2019: Unfortunately, the videos on youtube no longer exist. But at Channel 9 there are still similar ones:
https://channel9.msdn.com/Events/Speakers/sami-laiho

Gantt Diagramme mit Excel

Ab und zu kommt man in die Verlegenheit in Microsoft Excel Gantt Diagramme darstellen zu wollen. Falls die reine Darstellung ausreicht kann man den Trick mit dem Balkendiagramm nutzen.

Mehr geht mittels Funktionen und “Bedingter Formatierung”.

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Ein kleines Beispiel (Spar Gantt Diagramme.xlsx) sagt mehr als 942 Worte.

In diesem Beispiel sorgen Formeln in der “Bedingten Formatierung” für mehr Funktionalität, die aber natürlich auch eine höhere Komplexität nach sich zieht.

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Seit Excel 2013 gibt es praktischerweise gleich die Vorlage “Project Planner”

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Als echte Alternative zu einer Project Management Software taugt das freilich alles nicht. Da können schon die kostenlosen Projekte ProjectLibre und GanttProject weit mehr.

Online Tools für Project Management gibt es wie Sand am Meer. Von den kostenlosen Angeboten gefällt mir Gantter für Google Drive am besten.

Interkulturelle Kooperation in Theorie und Praxis

Mit zunehmender Internationalisierung werden immer öfter Trainings angeboten, die über Sitten und Gebräuche anderer Länder informieren damit der Geschäftsabschluss mit den Chinesen und den Arabern nicht an einem Detail scheitert.

Unser Seminar sollte vielmehr die Akzeptanz des Fremden bzw. Ungewohnten bewusst machen. Dazu diente ein Kartenspiel mit simpelsten Regeln, über die jedoch weder gesprochen, noch geschrieben werden durfte:
Ziel des Spiels war es möglichst viele Stiche zu machen, jeder bekam 5 Karten, im Uhrzeigersinn wurde je eine Karte gespielt, die höchste gewann und Herz stach immer.
Nach 2 Runden beherrschte auch der Dümmste die Regeln und konnte sogar etwas Strategie entwickeln. Nach 4 Runden wurde es langweilig und nach 5 Runden musst die mit den meisten gewonnen Spielrunden zum nächsten Spieltisch wechseln.

Dort war der Spieler erst einmal verwirrt, dass nun in die andere Richtung gespielt wird und fühlte sich vielleicht auch betrogen, wenn nun auf einmal Buben immer stachen und das Ass die niedrigste Karte war.
Die einfachste Möglichkeit der Aufklärung blieb uns verwehrt, da wir ja weder sprechen noch schreiben durften.

Lautstarke Konflikte bleiben zwar aus, weil jeder bei einer Seminarübung auf so etwas gefasst ist, aber diese Übung zeigte sehr gut wie selbstverständlich wir unsere Regeln als Norm ansehen und wir dies auch von anderen erwarten.

Ich glaube es wurde damit jedem klar, dass eben nicht überall dieselben Regeln herrschen müssen und ein Miteinander dennoch funktioniert.

Mit diesem Lernerfolg wurde über Kopftücher in Deutschland immerhin noch diskutiert. Vorbei war es dann aber, als eine Teilnehmerin von ihrem Urlaub in Asien berichtete. Sie sonnte sich im Bikini am Hotelpool. Dann bemerkte sie, dass ihr von der Terrasse einige Männer zuschauten und Fotos machten. Sie fühlte sich dadurch belästigt. “Sowas macht man einfach nicht!” und “Es ist doch wohl klar, dass in einem Hotel westliche Regeln gelten.” Aha.
Auf die Idee durch ihre Freizügigkeit vielleicht Einheimische zu belästigen kam sie nicht, weil in einem Touristenhotel ja irgendwie ‘internationale’ Regeln gelten müssten.

Das zeigt wieder einmal, dass der Unterschied zwischen Theorie und Praxis in der Praxis viel größer ist als in der Theorie.

Dürer – Cranach – Holbein – Das deutsche Portrait um 1500

Ich hoffe es wird mir gelingen meine Überraschung deutlich genug zu schildern. Denn die alten Meister lösen bei mir normalerweise bestenfalls Respekt vor deren Können aus. Das war in der Frans Hals Ausstellung in der Hypo-Kunsthalle so, in der Alten Pinakothek und überall dort, wo eben diese ‘alten Schinken’ hängen. In der Berliner Nationalgalerie sah ich mal einen spröden Kunststudenten, der eines dieser Bilder mit alten Mitteln nachmalte. So faszinierend diese zum Teil fast fotorealistischen Bilder auch sind – sie treffen einfach nicht meinen Geschmack.

 

Deshalb ging ich auch nur in diese Ausstellung, weil sie in der Hypo-Kunsthalle war. Dort sah ich oft Ausstellungen allein um meinen Horizont zu erweitern und das dachte ich mir auch bei dieser Ausstellung.Am letzten Arbeitstag vor meinem Kurzurlaub ging ich – viel zu spät – in die Hypo-Kunsthalle. Dank artcard zahlte ich ‘nur’ 10 €uronen. Dazu noch 5 € für den Audioführer, den ich praktisch immer nehme und dies nie bereut habe, weil sich mir vieles nur dadurch erschließt.

Im ersten Raum spricht die Kuratorin davon, dass sich in Deutschland noch nie jemand an das Thema des deutschen Portraits gewagt habe. Oke, ich habe das bisher auch nicht vermisst. Sie spricht noch von weiteren Highlights, die mir so nicht viel sagen. Zwar loben sich Ausstellungsmacher immer gern, aber langsam erfasste ich tatsächlich die Einzigartigkeit dieser Ausstellung. Was da hängt ist 500 Jahre alt! Es war die Zeit, in der Gutenberg mit seinem Buchdruck in Europa eine Medienrevolution auslöste so wie die Digitalisierung dies zu unserer Zeit weltweit tut.
Immer wieder wurden mir die Umstände der Zeit verdeutlicht.Schritt für Schritt wurde ich in scheinbare Banalitäten eingeweiht. Die vielen Zeichnungen, die Charakterstudien.
Mein Blick wurde geschärft. Es zählt nicht nur das Gesicht, nein, wichtiger ist das Drumherum: Die Ornamente im Hintergrund sollen dies andeuten … Der Mann trägt ein Gewand, das eigentlich nur Leuten höheren Standes vorbehalten war … Er steht mit seiner Familie zusammen dargestellt, was absolut unüblich war … Haben Sie dies bemerkt, haben Sie das bemerkt? Schauen Sie sich die Kette von Johanna an und den Dolch von Ferdinand und so weiter und so fort.
Ich erfuhr, dass sich die Striche mit der Silbernadel nicht zu korrigieren ließen. (Wenn ich nur daran denke, wie oft ich allein diesen Absatz korrigierte!)

Ich sah auch zwei Antlitze wieder, die Millionen kannten, aber kaum mehr über sie wussten:

Also zumindest der Jüngling hat es mal auf ein Plattencover geschafft.

Von Barthel Beham hatte ich vorher nie etwas gehört. Auch mein Audioführer hatte über ihn nichts zusagen. Nur eine leibhaftige Führerin machte ihre Lauschenden auf die vielen kleinen Details aufmerksam, wie die – hier nicht zu erkennende – tote Fliege für die Vergänglichkeit. Das tollste an dem Bild finde ich die auf dem Kopf stehend Jahreszahl, die das Entstehungsjahr kennzeichnet als hätte es der Schiedsrichter geschrieben.

 

Ich war so begeistert, dass ich am nächsten Tag auf dem Weg zum Bahnhof nochmals in diese Ausstellung ging!

Elmar Hauck – Horizonte

In den letzten Tagen streifte ich mal wieder durch eBay und fand kein weiteres Bild von Oskar Koller, aber eines aus seinem “Umfeld”. Das schreibt man gern wenn der eigentliche Künstler eher unbekannt ist. So kennt vermutlich kaum jemand Hans Thuar. Doch er ist aus dem Umfeld von August Macke. Wobei “Umfeld” dem Verhältnis nicht gerecht wird, denn Macke und Thuar waren gute Freunde.

Mag Elmar Hauck ein Unbekannter sein – sein Bild “Horizonte” gefiel mir.

 

Elmar Hauck – Horizonte

Aus den wenigen aber gut getroffenen Pinselstrichen schließe ich, dass dieser Elmar Hauck ein talentierter Maler ist. Mir gefiel es so sehr, dass ich ein Gebot abgab. Ich gewann für den Anfangspreis von 24 €uronen. Dazu bekam ich noch eine 6 DM Telefonkarte und ein Büchlein von Elmar Hauck. Von den Bilder darin gefiel mir keines.

So ist mein Bild eine schöne Ausnahme, wenn es auch blasser ankam als auf dem Foto.
Es erinnerte mich übrigens weniger an Oskar Koller, sondern an Siegward Sprotte:

Siegward Sprotte – Sylt

Nur beginnen seine Bilder gleich im 4-stelligen Bereich – das ist mir noch zu viel.